Tropischer Regenwald: Abenteuer pur

Als Regenwald bezeichnet man Wälder, welche sich durch ein feuchtes Klima auszeichnen. Man unterscheidet zwischen Tropischem Regenwald, welcher normalerweise zwischen dem 10° nördlicher, und dem 10° südlicher Breite, in der Nähe des Äquators liegt, und gemässigtem Regenwald welcher an den Küsten in gemässigten Klimazonen vorkommt. Tropischer Regenwald ist ein Sammelbegriff für Tiefland-, Bergregen- und Nebelwälder. Typische Merkmale sind die starke Sonneneinstrahlung, die zwei- bis viertausend Liter Regen pro Quadratmeter im Jahr und die hohe Luftfeuchtigkeit, meist um die 90%. In tropischen Regenwäldern gibt es die weitaus größte biologische Vielfalt. Aber warum? Ganz einfach gesagt: Je wärmer eine Region ist, desto größer ihre Artenvielfalt. Das gleiche gilt für die Niederschlagsmenge: Gebiete mit viel Regen weisen eine wesentlich größere Artenvielfalt auf, als trockene Regionen.

Wo gibt es Regenwälder?

Regenwälder gibt es in vielen Ländern. Die meisten tropischen Regenwälder befinden sich in der Nähe des Äquators: Amazonien in Südamerika, das Kongo-Becken in Afrika und Südost-Asien. Die Länder mit den größten Regenwäldern sind: Brasilien, Demokratische Republik Kongo, Peru, Indonesien, Kolumbien, Papua Neu Guinea, Venezuela, Bolivien und Mexiko. Die Regenwälder der Erde unterscheiden sich zum Teil sehr deutlich voneinander – je nachdem, ob sie in Südamerika, Afrika, Asien oder Australien wachsen. Das betrifft die Tier- und Pflanzenarten genauso wie die Lebensgewohnheiten und die Kultur der Bevölkerung.

Zerstörung des Regenwaldes

Die Zerstörung tropischer Regenwälder begann vor etwa 500 Jahren. Die steigende Nachfrage nach Fleisch, Agrartreibstoffen und Tropenholz führt dazu, dass an jedem Tag weltweit rund 356 Millionen Quadratmeter Wald, der größte Teil davon in den Tropen , abgeholzt oder abgebrannt  werden. Der Grund für die großen Flächenverluste der heutigen Zeit ist die Umwandlung von Regenwaldflächen in Nutzflächen für die Viehzucht, den Sojaanbau für die Massentierhaltung, die Errichtung von Palmölplantagen für die Energiegewinnung und die Tropenholzgewinnung. Dadurch wird noch mehr Regenwald vernichtet, noch mehr Arten verschwinden. In Brasilien, Argentinien und Paraguay wird hauptsächlich Soja für Tierfutter angepflanzt.

Amazonas Regenwald

Der Amazonas Regenwald mit seinem 7,2 Millionen Quadratkilometer Land bedeckt fast fünf Prozent der Erde und erstreckt sich über fünf Länder: Brasilien, Peru, Bolivien, Kolumbien und Ecuador. Der brasilianische Teil mit fast 70% ist der grösste. Der Amazonas Regenwald ist das größte Wasserreservoir der Erde und gilt mit seinen 60% der gesamten Sauerstoffproduktion der Erde als größte Lunge des Planeten. Das größte zusammenhängende Ökosystem ist für seine überwältigende Artenvielfalt bekannt. So konnten im Amazonas Regenwald bisher über 40.000 Pflanzenarten, 427 Säugetierarten (darunter Jaguar, Ozelot, Riesenotter und Flussdelfin), 1.294 Vogelarten (darunter Kaiseradler, Tukane, Aras und Kolibris) sowie über 3.000 verschiedene Fischarten identifiziert werden. Auch heute noch gibt es viele nicht entdeckte Spezies, da viele Gebiete noch nahezu unerforscht sind. Jährlich werden neue Pflanzen- und Tiergattungen entdeckt. Ganz speziell sind die Flussdefline des Amazonas die man in Teilen von Peru und Bolivien zu sehen bekommt.

Monteverde in Costa Rica

Monteverde heißt “grüner Berg” und liegt 172 km nordwestlich von San José und etwa 5 Kilometer östlich des Städtchens Santa an den Hängen des Gebirgsmassivs der Cordilleren de Tilaran in der Höhenlage zwischen 1400 m und 1700 m. Das 1972 gegründete private Gebiet von Costa Rica mit 50.660 km² Land und 440 km² Wasser gehört zu den bekanntesten Naturschutzgebieten der Tropen der neuen Welt und ist ein beliebtes touristisches Ziel in Costa Rica. Es konnten hier bisher 400 verschiedene Vogelarten (z.B. Tukane, Kolibris, Quetzals, und verschiedene Spechtarten), 490 Schmetterlingsarten, 100 verschiedene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Säugetierarten (z.B. Affen, Opossum, Ozelot, Tapir und Jaguar), 120 Reptilien/Amphibien-Arten und 2.500 Pflanzenarten(z.B. Bromelien, Orchideen, Bambus- und Ficusarten) identifiziert werden. Das Reservat bietet ein vielseitiges touristisches Angebot mit Amphibien- und Insektenmuseum, Wandern, Kaffetour, Canopy und vielem mehr. Besonders empfehlenswert ist ein ca. zweistündiger Spaziergang über ein Hängebrückensystem. Spüren Sie das Leben im Kronendach des Nebelwaldes hautnah.

 El Yunque National Forest, Puerto Rico

Der zuerst unter dem Namen Luquillo National Forest, später als Caribbean National Forest bekannter Regenwald im Osten von Puerto Rico liegt ca. 40 Kilometer entfernt von der Hauptstadt San Juan und ist der einzige Nationalpark der USA mit einem tropischen Regenwald. Der 1876 vom spanischen König Alfonso XII als eines der ersten Schutzgebiete gegründete Park wurde 1906 zum National Forest ernannt. Der Name stammt aus dem Indianischen Wort “Yuquiye” und bedeutet “Wald der Wolken”. Wie alle Nationalparks der USA steht auch El Yunque unter der Verwaltung des United States Forest Service. Die üppige Vegetation entsteht durch die häufigen Regenfälle, denn es regnet jeden Tag, 365 Tage im Jahr. Der dichte Dschungel des El Yunque National Forest bietet über 200 Pflanzenarten und zahlreichen Tieren einen geschützten Lebensraum. Hier ist unter anderem Coqui, ein tropischer Frosch, Zuhause. Den Namen erhielt er aufgrund der Geräusche, die er von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang von sich gibt. Auch für den Angela-Waldsänger, ein kleiner, silbergrauer Singvogel und dem prachtvoll rot-grün-blau gefärbte puertoricanische Papagei ist der El Yunque National Forest der weltweit letzte Rückzugsort. Vor allem im Zwergenwald ist die Konzentration an einzigartigen puertoricanischen Pflanzen enorm.

Die tropischen Regenwälder von Sumatra, Indonesien

Die tropischen Regenwälder von Sumatra ist eine Stätte, die aus drei Nationalparks auf der Insel Sumatra: Gunung Leuser (8.629,75 km²), Kerinci-Seblat (13.753,5 km²) und Barisan Selatan (3.568 km²) besteht.  Das 25.951 km² große Gebiet wurden 2004 als Naturdenkmal in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Die Reste der überwältigenden Regenwälder Sumatras sind in der ganzen Welt berühmt, da sie einige der gefährdetsten und seltensten Arten auf der Erde beherbergen: Nashornvogel, Großaugenfasan, Thomas-Languren, der Schweinsaffe und Javaneraffe, der Siamang und der Weißhandgibbon. Die tropischen Regenwälder von Sumatra ist der einzige Ort auf der Erde, wo Tiger, Orang-Utans, Nashörner und Elefanten in der Natur zusammenleben. Ein ganz besonderes Tier ist das Sumatra-Nashorn, die kleinste der fünf heute noch existierenden Nashornarten. Das Sumatra-Nashorn trägt als einziges in der Familie ein Haarkleid. 3.500 Pflanzenarten wurden im Park gezählt, darunter viele endemische Orchideenarten, Farne, Moose.

Regenwald auf Borneo, Indonesien

Die Artenvielfalt auf Borneo ist außergewöhnlich groß. Bisher wurden 221 Säugetierarten auf Borneo identifiziert. Dazu zählen Orang-Utan, Gibbons sowie der Sunda-Nebelparder. Kleinere Katzenarten wie die Marmorkatze, Flachkopfkatze, die Borneo-Goldkatze und die Bengalkatze sind hier auch Zuhause. Extrem seltene, sehr scheue und vom Aussterben bedrohte Sumatra-Nashörner, Borneo-Zwergelefanten, die einen runden Kopf, große Ohren, einen langen Schwanz und gerade Stoßzähne haben und ausschließlich auf Borneo vorkommen. Die Nasenaffen, die auffällige, sackförmige Nase haben nur die Männchen. Weiterhin kommen 400 Reptilien- und Amphibienarten vor. Heute ist Borneo nur noch zur Hälfte bewaldet, denn  seit 30 Jahren wird die Insel Borneo gerodet.

Volcanoes National Park, Ruanda

Der Vulkan-Nationalpark im Norden Ruandas, auch bekannt als Parc National des Volcans, liegt angrenzend zum Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo und dem Mgahinga Nationalpark in Uganda und ist 116 km von Kigali entfernt. Er umfasst ungefähr 125 km² Regenwälder und ist weltbekannt für seine reiche Biodiversität und insbesondere für ruandischen Berggorillas und die amerikanische Primatologin Dian Fossey, die ihr Leben der Erforschung und dem Schutz der Tiere widmete. Sein Name stammt von der rauen Bergkette Virunga Mountains, die aus inaktiven Vulkanen besteht. Fünf der acht Vulkane in der Kette, liegen innerhalb des Nationalparks, die von der Dichte des Regenwaldes und Bambus bedeckt sind. Inmitten von dichtem Regenwald, Bambuswäldern und Sumpfland leben im Volcanoes Nationalpark etwa 350 Gorillas, die ungefähr die Hälfte, der existierenden Population weltweit ausmachen. Die Gorilla Safaris im Vulkan-Nationalpark ist bei Weitem, die beliebteste Aktivität, obwohl es nicht die einzige ist, die angeboten wird: Auge in Auge mit den sanften Riesen ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.

Yasuni National Park, Ecuador

Der größte Nationalpark auf dem Festland von Ecuador umfasst auf einer Fläche von 98.200 km² und Höhen zwischen 300 m und 600 m Feuchtgebiete, Moor- und Sumpfgebiete, Seen, Flüsse und tropischen Regenwald. Yasuni wurde 1979 zum Nationalpark und 1989 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Der Yasuni Nationalpark gilt als einer der artenreichsten der Welt und eine der letzten ursprünglichen Wildnisse Ecuadors. Bisher konnten 610 Vogelarten registriert werden. Unter anderem  Papageien, Tukane, Trompetervögel, Gürtelfischer und Sägeracken. 111 Amphibienarten, 107 Reptilienarten und 200 Säugetiere, ein Drittel aller im Amazonasgebiet vorkommenden Arten dieser Tierkategorie, sind hier beheimatet: Agutis, Weißbartpekari, Halsbandpekari, Tapire, Weißstirnklammeraffen, Totenkopfaffen, Braune Wollaffen, Ameisenbären, Faultiere und Amazonasdelphine. Allein 28 bedrohte Wirbeltierarten von der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN leben dort. 2.500 registrierten Pflanzenarten wie Ceiba-Bäume Mahagoni-Bäume, Guabas, Anthurien, Palmen, Orchideen, Farne, Lianen, Moose, Pilze und Flechten in einer schier unglaublichen Vielfalt an Grüntönen, immer wieder unterbrochen von den bunten Tupfern grell-leuchtender exotischer Blüten. Die kostbare Lebensvielfalt im Yasuní-Nationalpark in Ecuador ist in Gefahr: Ecuador hat mit den umstrittenen Ölbohrungen im Yasuní-Nationalpark begonnen.

Kakum National Park, Ghana

Der bekanntesten Nationalparks in Ghana ist durch seine Nähe zu Cape Coast eine der beliebtesten Touristenziele in Ghana. Der 350 km² große Nationalpark wurde 1992 auf dem Gebiet eines Fortschutzreservats gegründet. Die gesamte Fläche erstreckt sich über hauptsächlich unberührtem tropischen Regenwald. Neben der beeindruckenden Pflanzenwelt, die auch seltene Arten umfasst, bietet der Kakum-Nationalpark einige seltene Tiere wie z. B. der Lowe-Meerkatze, des Waldelefanten oder der Zibetkatze. Eine Besonderheit weist den Kakum-Nationalpark schon heute aus: seit einigen Jahren gibt es hier einen in Afrika einzigartigen Rundgang über Hängebrücken zwischen Regenwaldriesen. Kakum hat den ersten Baumkronenweg in Afrika, der aus Beobachtungsplattformen an den Bäumen und sieben Hängebrücken, die sich bis zu 40 Meter über dem Boden befinden, besteht. Seit der Konstruktion des Baumkronenwegs erlebt der Park einen massiven Anstieg der Besucherzahlen.

Khao Yai National Park, Thailand

Der Khao Yai Nationalpark, schon lange ein beliebtes Wochenendziel für Bangkoker Familien, ist der erste offizielle Park Thailands. Er erstreckt sich über eine Fläche von 2.172 km² und ist durch verschiedene Landschaftstypen gekennzeichnet: Immergrünen Regen- und Trockenwäldern, mystischen Nebelwäldern bis hin zu beeindruckenden Graslandschaften und Gebirgsregionen. Im dichten und üppigen tropischen Regenwald, der sich in der Höhenlage zwischen 400 m und 1.000 m befindet und die Hauptfläche des Nationalparks bedeckt, sind unteranderem die vom Aussterben bedrohten Bäume wie z.B. Dipterocarpus dyeri, Dipterocarpus baudii und Dipterocarpus gracilis als auch verschiedene wilde Tiere wie ca. 300 frei lebenden Wildelefanten, Hirsche, Makakken, Gibbons, Stachelschweine, Gaurs, Kleinkatzen und sogar Grosskatzen wie Leopard oder Tiger beheimatet. Im Regenwald gibt es etwa 390 verschiedene Vogelarten inkl. Adler und die exotischen Nashornvögel. Unterwegs im Khao Yai Nationalpark können Sie sogar Wildhunde, Otter, Bären und grosse Warane begegnen. Empfehlenswert ist die Besichtigung von Salt-Licks wo Tiere ihren Salzbedarf decken.

Der Daintree Regenwald, Australien

Mit geschätzten 180 Millionen Jahren, ist der im australischen Queensland zwischen den Flüssen Daintree und Bloomfield gelegene Daintree Regenwald älter als der tropische Regenwald am Amazonas. Aufgrund seiner einzigartigen Ansammlung von Pflanzen und Tieren ist der zwei Stunden nördlich von Cairns gelegene Daintree Rainforest von der UNESCO auch in die Liste der Welterbe aufgenommen worden. Obwohl der Regenwald nur 0,01 Prozent der Gesamtfläche Australiens (170 Quadratkilometern ) einnimmt sind hier 30 Prozent aller Säugetierarten, 65 Prozent aller Schmetterlings- und Fledermausgattungen und 20 Prozent der Vogelgattungen ganz Australiens Zuhause. Man findet hier viele primitive und antike Spezies, die geschätzt über 110 Millionen Jahre alt sind, wie z.B. die Idiotenfrucht, eine der ältesten und seltensten blühenden Pflanzen der Welt. Es gibt 70 Tiere und 700 Pflanzen, die nur in diesem Regenwald vorkommen. Seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten können wir hier ganz aus der Nähe betrachten, etwa den bis zu 1,8 m großen Laufvogel Kasuar (Cassowary) und das Lumholtz-Baumkänguru. Mit einem Boot entlang des Daintree River haben Sie Möglichkeit Krokodile, Baumschlangen, Wasservögel und andere Tiere zu beobachten und Mit etwas  Glück sehen Sie auch einen Amethyst-Python! Im Daintree Nationalpark gibt es zahlreiche Wanderwege, um die zauberhafte urzeitliche Landschaft zu erkunden. Hier trifft der Regenwald wirklich direkt auf die Sandstrände: Eine extrem seltene Kombination, die sonst fast nirgendwo auf dem Planeten anzutreffen ist. Allerdings ist das Baden aufgrund der hochgiftigen Quallen und der Krokodile nicht möglich.