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Wer nach Tansania reist, begegnet Kindern häufig mit offenen Blicken, Neugier und großer Herzlichkeit. Viele Reisende verspüren ganz automatisch den Wunsch, etwas mitzubringen – etwas, das Freude macht, hilft oder zumindest ein kleines Lächeln schenkt. Dieser Impuls ist menschlich und verständlich. Gleichzeitig ist das Thema Geschenke für Kinder in Tansania sensibler, als es zunächst scheint. Denn zwischen gut gemeinter Hilfe und unbeabsichtigten negativen Folgen liegt oft nur ein schmaler Grat.
Ein sinnvoller Umgang mit Geschenken beginnt deshalb nicht im Koffer, sondern im Verständnis für den lokalen Kontext. Wer bewusst schenkt, kann einen echten Mehrwert schaffen – wer unüberlegt handelt, riskiert Abhängigkeiten, Ungleichheit oder falsche Anreize. Dieser Artikel soll dabei helfen, informiert, respektvoll und nachhaltig zu schenken.
Viele Reisende erleben Kinder in Tansania im öffentlichen Raum: auf dem Schulweg, in Dörfern, an Straßen oder in der Nähe touristischer Orte. Spontan Süßigkeiten, Geld oder kleine Geschenke zu verteilen, wirkt zunächst harmlos – doch genau hier entstehen langfristige Probleme.
Unkoordinierte Einzelgeschenke fördern häufig Bettelverhalten, vor allem in stark besuchten Regionen. Kinder lernen schnell, dass Touristen eine Quelle für Geschenke sind, was wiederum dazu führen kann, dass Schulbesuch oder familiäre Pflichten zugunsten des Bettelns vernachlässigt werden. Zudem entstehen soziale Spannungen, wenn einzelne Kinder etwas erhalten und andere leer ausgehen. Gerade in Dorfgemeinschaften oder Schulklassen kann das Neid, Konflikte und Ausgrenzung erzeugen.
Deshalb gilt als grundlegende Faustregel:
Geschenke sollten nicht spontan an einzelne Kinder auf der Straße verteilt werden, sondern möglichst über strukturierte Wege erfolgen.
In Tansania ist der Schulbesuch offiziell kostenfrei, doch in der Realität müssen Familien viele Dinge selbst finanzieren. Hefte, Stifte oder einfache Lernmaterialien stellen für viele Haushalte eine spürbare Belastung dar. Genau hier setzen sinnvolle Geschenke an.
Schulmaterialien gehören zu den nachhaltigsten und wirkungsvollsten Mitbringseln überhaupt. Sie unterstützen Kinder direkt beim Lernen, werden über lange Zeit genutzt und können oft weitergegeben oder gemeinsam verwendet werden. Besonders gefragt sind einfache, robuste Dinge, die keine spezielle Technik erfordern und universell einsetzbar sind.
Dazu zählen vor allem Hefte, Bleistifte, Kugelschreiber, Radiergummis, Lineale und Spitzer. Diese Gegenstände mögen banal erscheinen, sind aber vielerorts Mangelware. Ihr Wert liegt nicht im Einzelstück, sondern in der Summe und Gleichmäßigkeit: Wenn eine ganze Klasse ausgestattet wird, entsteht ein fairer und positiver Effekt für alle Kinder.
Neben klassischem Schulmaterial sind kreative Utensilien besonders wertvoll. Kreatives Arbeiten fördert nicht nur Fantasie und Feinmotorik, sondern auch Selbstvertrauen und soziale Interaktion. In vielen Schulen und Gemeinden fehlen jedoch genau diese Materialien, weil sie nicht als „notwendig“ gelten und daher selten angeschafft werden.
Buntstifte, Filzstifte, Malbücher oder einfache Knete eröffnen Kindern neue Ausdrucksmöglichkeiten. Sie werden häufig gemeinsam genutzt, sei es im Klassenzimmer, im Hort oder nach der Schule. Gerade Malbücher ohne Text oder mit universellen Motiven eignen sich gut, da sie sprachübergreifend funktionieren.
Wichtig ist dabei, auf Qualität und Einfachheit zu achten. Robuste Stifte halten länger, Knete sollte ungiftig sein, Bastelmaterial möglichst ohne komplizierte Anleitungen auskommen. Je einfacher und langlebiger, desto besser passt es in den lokalen Alltag.
Spielzeug hat in vielen Regionen Tansanias einen anderen Stellenwert als in Europa. Es gibt weniger individuelle Spielsachen, dafür mehr gemeinsames Spielen. Genau deshalb eignen sich einfache, robuste Spielzeuge besonders gut.
Fußbälle sind eines der beliebtesten Geschenke überhaupt. Sie werden von ganzen Gruppen genutzt, fördern Bewegung und Gemeinschaft und sind unabhängig von Sprache oder Alter. Auch kleine Spielzeugautos oder einfache Bewegungsspiele finden großen Anklang, solange sie stabil sind und keine Batterien benötigen.
Entscheidend ist, dass Spielzeug nicht auf Konsum, sondern auf gemeinsames Erleben ausgelegt ist. Dinge, die kaputtgehen, kompliziert sind oder nur von einem Kind genutzt werden können, verlieren schnell ihren Wert oder führen zu Ungleichheit.
Nicht alle sinnvollen Geschenke müssen einen praktischen Nutzen haben. Dinge aus der eigenen Heimat können einen kulturellen Austausch ermöglichen und Neugier wecken – wenn sie richtig eingesetzt werden.
Bildbände, Fotobücher oder einfache Bücher mit vielen Bildern eignen sich gut für Schulen oder Gemeinschaftsräume. Sie laden zum gemeinsamen Anschauen ein und vermitteln Eindrücke von anderen Ländern, Landschaften oder Tieren. Auch Postkarten oder kleine Bildsammlungen können diesen Zweck erfüllen.
Lokale Süßigkeiten aus der Heimat sind ebenfalls beliebt, sollten jedoch bewusst eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders als Geste des Dankes für Gastfamilien, Lehrer oder Projektverantwortliche – weniger für die direkte Verteilung an Kindergruppen.
Süßigkeiten gehören zu den heikelsten Geschenkideen. Zwar machen sie kurzfristig Freude, bringen aber mehrere Probleme mit sich. Zahnpflege ist vielerorts eingeschränkt, medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet, und der Zuckerkonsum kann langfristig negative Auswirkungen haben.
Zudem verstärken Süßigkeiten besonders stark das Bettelverhalten, weil sie sofort konsumiert werden und schnell „verbraucht“ sind. Wenn Süßigkeiten verschenkt werden, dann idealerweise in kleinen Mengen, gezielt und über Erwachsene – etwa Lehrer oder Familien – verteilt.
Als Regel gilt: Süßigkeiten sind kein Hauptgeschenk, sondern maximal eine kleine Ergänzung.
Der größte Unterschied zwischen hilfreichem und problematischem Schenken liegt nicht im Geschenk selbst, sondern im Weg, wie es übergeben wird. Am nachhaltigsten ist es, Geschenke über bestehende Strukturen weiterzugeben. Schulen, Lehrer, lokale Projekte oder Hilfsorganisationen kennen die Bedürfnisse vor Ort und können für eine faire Verteilung sorgen.
Diese Form der Übergabe vermeidet Konkurrenz unter Kindern, stärkt lokale Verantwortung und sorgt dafür, dass Geschenke dort ankommen, wo sie langfristig wirken. Gleichzeitig bewahrt sie die Würde der Kinder, weil sie nicht in die Rolle von Bittstellern gedrängt werden.
Ebenso wichtig wie das richtige Schenken ist das bewusste Nicht-Schenken bestimmter Dinge. Dazu gehören Geldgeschenke an Kinder, wahllose Verteilungen auf der Straße, alte oder kaputte Gegenstände sowie Kleidung ohne Kenntnis von Bedarf und Größen. Solche „Spenden“ wirken oft respektlos oder erzeugen neue Probleme, statt bestehende zu lindern.
Ein guter Maßstab ist die Frage:
Würde ich dieses Geschenk einem Kind in meinem eigenen Umfeld überreichen?
Wenn die Antwort Nein lautet, ist Zurückhaltung meist die bessere Wahl.
Geschenke für Kinder in Tansania können viel bewirken – wenn sie durchdacht, respektvoll und nachhaltig gewählt werden. Schulmaterialien, kreative Utensilien und einfaches, gemeinschaftstaugliches Spielzeug gehören zu den sinnvollsten Mitbringseln, weil sie den Alltag der Kinder langfristig bereichern. Ebenso wichtig ist jedoch der Weg der Übergabe: strukturiert, fair und eingebettet in lokale Systeme.
Wer schenkt, trägt Verantwortung. Nicht dafür, Armut zu lösen – sondern dafür, keine neuen Abhängigkeiten zu schaffen. Mit etwas Vorbereitung, Bewusstsein und Respekt wird aus einem kleinen Geschenk eine echte Unterstützung – und aus gutem Willen eine gute Tat.
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