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Okavango Delta in Namibia – warum diese Region so besonders ist

Der Begriff „Okavango Delta Namibia“ führt bei vielen Reisenden zunächst zu Verwirrung – und genau deshalb lohnt sich eine ausführliche Einordnung. Das eigentliche Okavango-Delta liegt vollständig in Botswana. In Namibia erleben Sie jedoch den Okavango-Fluss, also jenen mächtigen Strom, der weiter südlich das berühmte Delta speist. Und genau dieser Flussabschnitt in Namibia ist ein außergewöhnliches Reiseziel für sich: grün, wasserreich, überraschend tropisch und völlig anders als das klassische Namibia-Bild aus Wüste, Weite und Trockenheit.

Wer den Okavango in Namibia besucht, reist nicht zu einer „kleineren Version“ des Deltas, sondern zu einer eigenständigen Landschaft mit eigener Dynamik, Kultur und Atmosphäre. Der namibische Okavango ist ruhiger, zugänglicher und authentischer – und für viele Reisende ein bewusstes Gegenstück zu den exklusiven, oft sehr hochpreisigen Safari-Regionen Botswanas.


Okavango-Delta vs. Okavango-Fluss – der entscheidende Unterschied

Das Okavango-Delta entsteht dort, wo der Fluss in Botswana in eine flache Senke läuft und sich in ein riesiges Feuchtgebiet aus Kanälen, Lagunen und Inseln auffächert. In Namibia hingegen fließt der Okavango noch klar definiert als Fluss, mit Uferwäldern, Inseln, Schilfzonen und Stromschnellen. Für Ihre Reise bedeutet das vor allem eines: andere Erwartungen, andere Erlebnisse – aber nicht weniger eindrucksvoll. Während das Delta stark von Fly-in-Safaris, exklusiven Konzessionen und sehr intensiver Großwildbeobachtung geprägt ist, erleben Sie den Okavango in Namibia als landschaftlichen Lebensraum, in dem Natur, Tiere und Menschen sichtbar zusammengehören.


Lage und Orientierung: Wo liegt der Okavango in Namibia?

Der namibische Okavango liegt im Nordosten des Landes, entlang der Grenze zu Angola. Die Region wird heute meist als Kavango East und Kavango West bezeichnet. Der Fluss zieht sich über hunderte Kilometer durch diese Gebiete und bildet das grüne Rückgrat einer ansonsten eher trockenen Region. Ein zentraler Orientierungspunkt für Reisende ist der Ort Divundu. Er gilt als idealer Ausgangspunkt, um sowohl den Fluss selbst als auch umliegende Schutzgebiete zu erkunden. Hier konzentrieren sich Lodges, Bootsaktivitäten und Safari-Ausflüge auf vergleichsweise kleinem Raum.


Divundu – das Herz des Okavango-Erlebnisses in Namibia

Divundu ist für viele Reisende der perfekte Standort, um den Okavango-Fluss intensiv zu erleben. Die Lage direkt am Wasser ermöglicht Bootsfahrten, Vogelbeobachtung und entspannte Stunden mit Blick auf den Fluss, während gleichzeitig mehrere Schutzgebiete schnell erreichbar sind. Die Atmosphäre in Divundu ist ruhig und naturverbunden. Anders als in klassischen Safari-Hotspots steht hier nicht das „Abarbeiten von Highlights“ im Vordergrund, sondern das bewusste Erleben von Landschaft, Licht und Bewegung. Morgens liegt oft Nebel über dem Fluss, tagsüber spiegelt sich das Grün der Uferwälder im Wasser, und abends färbt sich der Himmel in warmen Gold- und Rottönen.


Popa Falls – Stromschnellen statt Wasserfall

Ein landschaftlicher Höhepunkt der Region sind die Popa Falls. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um klassische Wasserfälle, sondern um eine Reihe von Stromschnellen, die entstehen, weil der Fluss hier über eine harte Felsstufe fließt. Die Popa Falls sind besonders fotogen und vermitteln eindrucksvoll die Kraft des Okavango. Rund um diesen Flussabschnitt wachsen dichte Galeriewälder, die vielen Vogelarten und kleineren Säugetieren Lebensraum bieten. Gerade in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden entfaltet dieser Ort eine besondere Stimmung.


Mahango Core Area – kompakte Safari am Okavango

Ein echtes Highlight für Safari-Fans ist die Mahango Core Area, ein streng geschütztes Kerngebiet innerhalb des Bwabwata-Nationalparks. Dieses Gebiet liegt direkt am Okavango und ist bewusst klein gehalten – genau das macht seinen Reiz aus. Hier erleben Sie Safari in konzentrierter Form: Elefanten, Büffel, Antilopenarten, Flusspferde und eine beeindruckende Vogelwelt lassen sich oft schon auf kurzen Pirschfahrten beobachten. Die Nähe zum Fluss sorgt für abwechslungsreiche Landschaften, von offenen Grasflächen bis zu dichten Waldzonen.

Mahango eignet sich besonders für Reisende, die keine riesigen Nationalparks suchen, sondern intensive Naturbeobachtungen ohne stundenlange Fahrten.


Bwabwata-Nationalpark – Schutzgebiet mit besonderem Konzept

Der Bwabwata-Nationalpark unterscheidet sich konzeptionell von vielen anderen Nationalparks im südlichen Afrika. Er vereint streng geschützte Kernzonen wie Mahango mit Bereichen, in denen Menschen leben und nachhaltig wirtschaften dürfen. Für Reisende bedeutet das ein sehr authentisches Erlebnis: Sie sehen Wildtiere, Flusslandschaften und gleichzeitig Spuren menschlichen Lebens. Der Park zeigt eindrucksvoll, dass Naturschutz und menschliche Nutzung nicht zwangsläufig Gegensätze sein müssen, sondern – richtig gemanagt – nebeneinander existieren können.


Aktivitäten am Okavango in Namibia

Bootsfahrten – das Herzstück der Region

Bootsfahrten auf dem Okavango-Fluss gehören zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in Namibia. Lautlos gleiten Sie über das Wasser, vorbei an Schilfgürteln, Inseln und überhängenden Bäumen. Fischadler, Reiher, Störche und Eisvögel sind fast immer präsent, und mit etwas Glück lassen sich größere Tiere am Ufer beobachten.

Im Gegensatz zu klassischen Pirschfahrten steht hier nicht Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern Beobachtung und Atmosphäre.

Pirschfahrten – ruhig und konzentriert

Pirschfahrten finden vor allem in der Mahango Core Area und angrenzenden Zonen statt. Sie sind meist kürzer als in großen Nationalparks, dafür aber landschaftlich abwechslungsreich und intensiv. Der Fokus liegt auf Flussufern, Waldkanten und offenen Ebenen.

Vogelbeobachtung – ein unterschätztes Highlight

Der Okavango in Namibia ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Selbst ohne spezielles Fachwissen werden Sie schnell merken, dass diese Region außergewöhnlich artenreich ist. Viele Reisende entdecken hier erstmals, wie faszinierend Vogelbeobachtung sein kann.


Beste Reisezeit für den Okavango in Namibia

Der Okavango-Fluss führt ganzjährig Wasser, was ihn zu einem konstant attraktiven Reiseziel macht. Dennoch unterscheiden sich die Erlebnisse je nach Jahreszeit deutlich.

In der trockeneren Jahreszeit sind Tierbeobachtungen oft einfacher, da die Vegetation lichter ist und sich Tiere stärker am Wasser konzentrieren. Die Temperaturen sind angenehmer, und Aktivitäten wie Pirschfahrten fühlen sich entspannter an.

In der grünen Saison zeigt sich die Landschaft üppig und lebendig. Das Licht ist besonders weich, die Vogelwelt extrem aktiv, dafür ist die Vegetation dichter und Wildbeobachtungen erfordern etwas mehr Geduld.


Wie viele Tage sollten Sie einplanen?

Der Okavango in Namibia ist kein Ort für einen kurzen Fotostopp. Er entfaltet seine Wirkung mit Zeit.

  • 2 Nächte: Ein lohnender Zwischenstopp mit Boots- und Safari-Aktivitäten
  • 3 Nächte: Die ideale Dauer für die meisten Reisenden – entspannt, abwechslungsreich und ohne Zeitdruck
  • 4–5 Nächte: Perfekt für Naturgenießer, Fotografen und alle, die bewusst entschleunigen möchten

Gerade weil die Region ruhig ist, gewinnen längere Aufenthalte deutlich an Qualität.

Unterkünfte – von komfortabel bis naturnah

Die Unterkünfte entlang des Okavango-Flusses in Namibia unterscheiden sich deutlich von den klassischen Safari-Lodges im südlichen Afrika. Statt extremer Luxuskonzepte oder Fly-in-Camps erleben Sie hier vor allem naturnahe, ruhig gelegene Lodges, die sich harmonisch in die Flusslandschaft einfügen. Der Fokus liegt auf Atmosphäre, Lage am Wasser und einem authentischen Naturerlebnis – oft zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Viele Lodges befinden sich direkt am Flussufer, häufig auf leicht erhöhten Terrassen oder Inseln, sodass Sie den Okavango nicht nur sehen, sondern ständig hören und spüren. Morgens ziehen Nebelschwaden über das Wasser, tagsüber spiegeln sich Palmen und Uferwälder im Fluss, und abends gehört der Sonnenuntergang über dem Okavango zu den stillen Höhepunkten des Tages.


Lodges in und um Divundu – die beste Ausgangsbasis

Divundu gilt als idealer Standort für Reisende, die sowohl den Okavango-Fluss als auch Safari-Gebiete wie die Mahango Core Area erkunden möchten. Entsprechend groß ist hier die Auswahl an Unterkünften.

Typisch für Lodges rund um Divundu sind:

  • freistehende Chalets oder Bungalows
  • private Veranden mit Blick auf den Fluss
  • offene Restaurant- und Loungebereiche
  • Bootsstege direkt an der Lodge

Viele dieser Unterkünfte bieten geführte Bootsfahrten, Pirschfahrten in Mahango oder Bwabwata sowie Vogelbeobachtungen an. Die Atmosphäre ist meist ruhig, persönlich und familiär – ideal für Reisende, die bewusst entschleunigen möchten.


Unterkünfte nahe den Popa Falls – Natur pur am Wasser

Rund um die Popa Falls finden sich kleinere Lodges und Camps, die besonders bei Naturliebhabern und Fotografen beliebt sind. Die Nähe zu den Stromschnellen sorgt für eine besondere Geräuschkulisse, und die Umgebung ist geprägt von dichtem Flusswald.

Diese Unterkünfte sind oft etwas einfacher gehalten, punkten dafür aber mit:

  • sehr naturnaher Lage
  • wenig Trubel
  • kurzen Wegen zu den Flussabschnitten und Schutzgebieten

Gerade für Reisende, die das Okavango-Gefühl möglichst ursprünglich erleben möchten, sind diese Lodges eine hervorragende Wahl.


Safari-Lodges an der Mahango Core Area

In der Nähe der Mahango Core Area befinden sich einige Lodges, die sich speziell an Safari-Gäste richten. Sie kombinieren Flusslage mit kurzen Fahrzeiten in das Schutzgebiet und bieten oft geführte Pirschfahrten mit erfahrenen Guides an.

Diese Unterkünfte sind besonders gut geeignet, wenn Ihr Fokus auf Tierbeobachtung liegt, Sie aber nicht auf die entspannte Atmosphäre des Okavango-Flusses verzichten möchten.


Camping und einfache Unterkünfte

Für Selbstfahrer und Individualreisende gibt es entlang des Okavango auch Campingplätze und sehr einfache Lodges. Diese liegen häufig direkt am Fluss und bieten schattige Stellplätze, Sanitäranlagen und Feuerstellen.

Camping am Okavango ist ideal für:

  • Reisende mit eigenem Fahrzeug
  • Naturliebhaber, die Nähe zur Landschaft suchen
  • längere Aufenthalte mit geringem Budget

Auch hier gilt: Die Lage am Wasser macht selbst einfache Unterkünfte zu einem besonderen Erlebnis.


Anreise

Anreise mit dem Auto – die flexibelste Option

Die meisten Reisenden erreichen den Okavango in Namibia mit dem eigenen Fahrzeug oder Mietwagen. Die Region ist gut an das namibische Straßennetz angebunden, auch wenn die Entfernungen nicht unterschätzt werden sollten.

Typische Anreiserouten sind:

  • von Etosha über den Nordosten
  • von Rundu entlang des Okavango-Flusses
  • aus der Sambesi-Region (Caprivi) kommend

Die Hauptstraßen sind in der Regel asphaltiert, während die letzten Kilometer zu Lodges oft über gut befahrbare Schotterpisten führen. Ein Allradfahrzeug ist nicht zwingend notwendig, bietet aber zusätzlichen Komfort – insbesondere in der Regenzeit oder bei Ausflügen in Schutzgebiete.


Fahrzeiten realistisch planen

Ein häufiger Fehler bei der Reiseplanung ist es, die Fahrzeiten im Nordosten Namibias zu unterschätzen. Obwohl die Straßen gut ausgebaut sind, sollten Sie keine Nachtfahrten einplanen und ausreichend Pausen berücksichtigen.

Als grobe Orientierung:

  • Etosha – Divundu: ein langer, aber gut machbarer Fahrtag
  • Rundu – Divundu: deutlich kürzer und entspannt
  • Divundu – Sambesi-Region: ideal als Weiterreise

Gerade die Fahrt entlang des Flusses ist landschaftlich reizvoll und lädt dazu ein, das Tempo bewusst zu reduzieren.


Anreise per Flug – für Reisende mit wenig Zeit

Für Reisende mit begrenzter Zeit besteht auch die Möglichkeit, per Inlandsflug in den Nordosten Namibias zu reisen. Kleine Regionalflughäfen in der Region ermöglichen es, die lange Anfahrt zu verkürzen. Von dort erfolgt der Transfer zur Lodge meist per Fahrzeug.

Diese Option eignet sich vor allem für:

  • kombinierte Reisen mit Botswana
  • Reisende mit kurzer Gesamtreisezeit
  • Gäste, die längere Autofahrten vermeiden möchten

Grenzübertritte und Weiterreise nach Botswana

Der Okavango in Namibia eignet sich hervorragend als Zwischenstation für eine Weiterreise nach Botswana. Grenzübergänge in der Region ermöglichen eine logische Fortsetzung der Reise Richtung Okavango-Panhandle, Chobe oder Zentralbotswana.

Viele Lodges sind erfahren im Umgang mit Selbstfahrern, die grenzüberschreitend unterwegs sind, und unterstützen bei Fragen zu Routen, Zeitplanung und Formalitäten.

Unterkünfte am Okavango in Namibia zeichnen sich durch Lage, Ruhe und Authentizität aus. Ob komfortable Lodge, safariorientierte Unterkunft oder naturnahes Camping – die Auswahl ist groß und deckt unterschiedliche Reisestile ab. Die Anreise ist zwar mit längeren Distanzen verbunden, dafür aber gut planbar und landschaftlich reizvoll. Wer sich Zeit nimmt und den Okavango nicht nur als Durchgangsstation betrachtet, wird mit einer der grünsten, ruhigsten und überraschendsten Regionen Namibias belohnt.


Okavango Namibia als Teil einer größeren Reise

Der namibische Okavango eignet sich hervorragend als Verbindungsglied zwischen klassischen Namibia-Routen (Etosha, Caprivi, Sambesi-Region) und einer Weiterreise nach Botswana. Viele Reisende empfinden ihn als sanften Übergang von Wüstenlandschaften zu wasserreichen Safari-Regionen.


Fazit: Lohnt sich „Okavango Delta Namibia“?

Ja – wenn Sie wissen, was Sie erwartet. Das Okavango-Delta liegt in Botswana, doch der Okavango in Namibia ist ein eigenständiges, faszinierendes Reiseziel. Grüne Flusslandschaften, ruhige Bootsfahrten, kompakte Safaris und ein hohes Maß an Authentizität machen diese Region zu einer der meist unterschätzten Naturdestinationen Namibias.

Wer bereit ist, Tempo herauszunehmen und Natur nicht als Kulisse, sondern als lebendigen Raum zu erleben, wird am Okavango in Namibia Eindrücke sammeln, die lange nachwirken.

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