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Rundreise Namibia, Botswana und Victoria Falls als Selbstfahrer

Eine Selbstfahrer-Rundreise durch Namibia und Botswana bis zu den Victoriafällen gehört zu den abwechslungsreichsten Reisen im südlichen Afrika. Auf einer einzigen Route erleben Sie die roten Dünen der Namib, die Atlantikküste bei Swakopmund, die Tierwelt des Etosha-Nationalparks, die Flusslandschaften im Nordosten Namibias, große Elefantenherden im Chobe-Nationalpark und schließlich die mächtigen Victoriafälle in Simbabwe oder Sambia.

Die Reise verbindet landschaftliche Vielfalt mit klassischen Safarierlebnissen und dem besonderen Gefühl, Afrika im eigenen Tempo zu entdecken. Gleichzeitig sollte die Tour nicht unterschätzt werden: Die Entfernungen sind groß, einige Straßen anspruchsvoll und die Zahl der Unterkünfte und Campingplätze in den Nationalparks begrenzt.

Für eine klassische Lodge-Rundreise über Namibia und Kasane ist nicht auf jeder Strecke zwingend ein Allradfahrzeug notwendig. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Namibias, darunter Swakopmund, Sossusvlei und Etosha, sind grundsätzlich auch mit einem normalen Fahrzeug erreichbar. Ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit oder ein 4×4 bietet jedoch deutlich mehr Komfort und Reserven. Sobald Moremi, Khwai oder Savuti in Botswana Teil der Route sind, ist ein vollwertiger Geländewagen mit Allradantrieb unverzichtbar.

Welche Route eignet sich für eine Selbstfahrer-Rundreise?

Für die Kombination aus Namibia, Botswana und Victoria Falls gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Reisevarianten.

Variante 1: Die klassische Lodge-Selbstfahrerreise

Diese Route eignet sich auch für Reisende, die wenig oder keine Erfahrung mit anspruchsvollen Geländefahrten haben. Sie führt von Windhoek über die bekannten Höhepunkte Namibias in die Zambezi-Region und anschließend nach Kasane in Botswana.

Eine mögliche Streckenführung ist:

Windhoek – Kalahari – Sossusvlei – Swakopmund – Damaraland – Etosha-Nationalpark – Rundu – Divundu – Kongola – Kasane – Victoria Falls

Die Straßen bestehen aus einer Mischung aus Asphalt und gut befahrbaren Schotterpisten. Lediglich einzelne Zufahrten können sandig sein. Für diese Route ist ein höheres Fahrzeug empfehlenswert, ein Geländewagen aber nicht auf allen Abschnitten zwingend erforderlich.

Diese Variante verbindet:

  • die Namib-Wüste,
  • die Atlantikküste,
  • den Etosha-Nationalpark,
  • die Flusslandschaften des Kavango und Kwando,
  • den Chobe-Nationalpark,
  • die Victoriafälle.

Für die klassische Route sollten mindestens 18 bis 21 Tage eingeplant werden. Angenehmer sind etwa drei Wochen, da Namibia sehr groß ist und einige Etappen mehrere Stunden dauern.

Variante 2: Die anspruchsvolle 4×4-Route durch Botswana

Erfahrene Selbstfahrer können die Reise um Moremi, Khwai und Savuti erweitern. Damit wird aus der komfortablen Lodge-Rundreise eine echte Offroad-Safari.

Eine mögliche Route führt beispielsweise von Maun über Moremi und Khwai nach Savuti und weiter nach Kasane. Die Wege bestehen häufig aus tiefem Sand, ausgefahrenen Spuren, Schlamm oder saisonalen Wasserpassagen. Fahrzeiten lassen sich nur schwer anhand der Kilometerzahl einschätzen.

Für diese Variante benötigen Sie:

  • einen vollwertigen 4×4 mit Untersetzung,
  • mindestens zwei Ersatzreifen,
  • ausreichend Kraftstoff und Trinkwasser,
  • Erfahrung im Fahren auf Sand,
  • zuverlässige Navigation,
  • vorgebuchte Campingplätze oder Lodges,
  • eine sorgfältige Notfallplanung.

Moremi ist zwar ein beliebtes Ziel für Selbstfahrer, die Anreise und das Fahren innerhalb des Reservats erfolgen jedoch üblicherweise mit einem geeigneten 4×4. Straßenverhältnisse können sich abhängig von Regen, Überschwemmungen und Tierbewegungen kurzfristig verändern.

Wie viele Tage sollten Sie einplanen?

Die drei Länder lassen sich theoretisch in zwei Wochen kombinieren. Empfehlenswert ist dies jedoch nur, wenn Namibia stark verkürzt wird und Sie sich auf wenige Stationen konzentrieren.

Eine realistische Reisedauer ist:

  • 14 bis 16 Tage: verkürzte Route mit Etosha, Zambezi-Region, Chobe und Victoria Falls
  • 18 bis 21 Tage: klassische Namibia-Botswana-Victoria-Falls-Rundreise
  • 22 bis 25 Tage: entspannte Route mit zusätzlichen Ruhetagen
  • 24 bis 28 Tage: Erweiterung um Moremi, Khwai oder Savuti

Je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto angenehmer wird die Reise. Ein zusätzlicher Tag an einem Ort ist häufig wertvoller als eine weitere Sehenswürdigkeit, die nur für eine Nacht besucht wird.

Besonders in Namibia sollten die Fahrtzeiten nicht unterschätzt werden. Viele Straßen sind zwar gut befahrbar, trotzdem sind auf Schotter deutlich niedrigere Geschwindigkeiten sinnvoll. Die offizielle Tourismusorganisation Namibias empfiehlt, bei Selbstfahrerreisen ausreichend Zeit für die Fahrt und für ungeplante Stopps einzuplanen.

Beispielroute für 21 Tage

Tag 1: Ankunft in Windhoek

Nach der Ankunft in Windhoek übernehmen Sie Ihren Mietwagen. Eine ausführliche Fahrzeugeinweisung ist besonders wichtig, wenn Sie erstmals mit einem Geländewagen oder Dachzelt unterwegs sind.

Lassen Sie sich zeigen:

  • wie der Reifen gewechselt wird,
  • wo sich Wagenheber und Werkzeug befinden,
  • wie Allradantrieb und Untersetzung aktiviert werden,
  • wie Reifendruck und Ersatzreifen kontrolliert werden,
  • welche Notfallnummern gelten,
  • welche Länder mit dem Fahrzeug bereist werden dürfen.

Nach einem Nachtflug sollte die erste Etappe kurz bleiben. Eine Unterkunft in Windhoek oder auf einer Gästefarm außerhalb der Stadt ist ideal.

Tag 2–3: Kalahari

Von Windhoek führt die Reise nach Süden in die Kalahari. Die Landschaft ist von roten Sanddünen, Grasflächen und einzelnen Akazien geprägt.

Die Kalahari ist ein ruhiger Einstieg in die Rundreise. Viele Lodges bieten geführte Naturfahrten oder Spaziergänge an. Häufig lassen sich bereits Oryxantilopen, Springböcke, Strauße und Giraffen beobachten.

Wer weniger als drei Wochen Zeit hat, kann diese Station auslassen und direkt in Richtung Sossusvlei fahren.

Tag 4–5: Sossusvlei und Deadvlei

Das Sossusvlei mit seinen hohen roten Dünen gehört zu den bekanntesten Landschaften Namibias. Am besten fahren Sie früh am Morgen in den Namib-Naukluft-Nationalpark.

Die asphaltierte Straße führt bis zum Parkplatz für normale Fahrzeuge. Die letzten Kilometer in Richtung Sossusvlei und Deadvlei verlaufen durch tiefen Sand.

Nach einer kurzfristigen Änderung der Zugangsregelung dürfen Selbstfahrer seit Mai 2026 mit einem geeigneten 4×4 weiterhin bis in den Deadvlei-Bereich fahren. Alternativ kann der angebotene Shuttle genutzt werden. Da die Regelung erneut geändert werden könnte, sollte der aktuelle Stand vor Reisebeginn geprüft werden.

Wer keine Erfahrung im Tiefsand hat, sollte den Shuttle wählen. Ein festgefahrenes Fahrzeug in der Mittagshitze kann den Reiseablauf erheblich beeinträchtigen.

Neben Sossusvlei und Deadvlei lohnt sich ein Besuch des Sesriem-Canyons. Für die Region sind mindestens zwei Nächte empfehlenswert.

Tag 6–7: Swakopmund und Walvis Bay

Die Fahrt an die Atlantikküste führt durch eine nahezu menschenleere Wüstenlandschaft. In Swakopmund erwartet Sie ein vollkommen anderes Klima. Nebel, Wind und deutlich kühlere Temperaturen sind an der Küste keine Seltenheit.

Swakopmund eignet sich hervorragend für zwei Übernachtungen. Zu den möglichen Aktivitäten gehören:

  • Bootsfahrt in Walvis Bay,
  • Kajaktour bei den Robben,
  • Wüstentour zu Geckos und anderen Kleintieren,
  • Ausflug nach Sandwich Harbour,
  • Rundflug über die Namib,
  • Quad- oder Fatbike-Tour,
  • Spaziergang durch Swakopmund.

Ein freier Nachmittag ist nach mehreren langen Fahrtagen besonders angenehm.

Tag 8: Damaraland

Auf dem Weg nach Etosha kann eine Zwischenübernachtung im Damaraland eingeplant werden. Die Region ist von Felsen, Bergen und trockenen Flussbetten geprägt.

Je nach Lage der Unterkunft können Sie die Felsgravuren von Twyfelfontein, das Damara Living Museum oder geologische Formationen besuchen. In einigen Gebieten leben an die Wüste angepasste Elefanten. Die Suche sollte mit einem erfahrenen Guide erfolgen.

Tag 9–11: Etosha-Nationalpark

Der Etosha-Nationalpark zählt zu den besten Gebieten Namibias für eine Selbstfahrer-Safari. Die Wege im Park sind überwiegend gut befahrbare Schotterstraßen, und zahlreiche Wasserstellen liegen direkt an den ausgeschilderten Routen. Selbstfahrer können den Park mit dem eigenen Mietwagen erkunden oder zusätzlich eine geführte Pirschfahrt buchen.

Im Park leben unter anderem:

  • Elefanten,
  • Löwen,
  • Nashörner,
  • Giraffen,
  • Zebras,
  • Gnus,
  • Oryxantilopen,
  • Springböcke,
  • Hyänen,
  • Schakale.

Idealerweise verbringen Sie mindestens drei Nächte in oder am Etosha-Nationalpark. Durch einen Wechsel der Unterkunft von der südlichen oder westlichen Seite in den Osten vermeiden Sie tägliches Zurückfahren.

Die Höchstgeschwindigkeit und die offiziellen Öffnungszeiten sollten strikt beachtet werden. Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit sind innerhalb des Parks nicht erlaubt.

Tag 12: Etosha bis Rundu

Die Fahrt vom Etosha-Gebiet nach Rundu ist lang. Ein früher Start ist daher sinnvoll.

Rundu liegt am Kavango-Fluss und eignet sich hauptsächlich als Zwischenstation. Eine Unterkunft direkt am Fluss bietet Gelegenheit, nach der Fahrt zu entspannen.

Im Nordosten Namibias werden die Abstände zwischen Orten erneut größer. Zusätzlicher Kraftstoff, Trinkwasser und einfache Verpflegung gehören deshalb immer ins Fahrzeug.

Tag 13–14: Divundu, Mahango und der Kavango-Fluss

Von Rundu geht es weiter nach Divundu. Die Landschaft wird grüner, und der Kavango bestimmt zunehmend das Bild.

Die Region bietet eine interessante Kombination aus Flusserlebnis und Safari. Empfehlenswert sind:

  • eine Bootsfahrt auf dem Kavango,
  • ein Besuch der Popa Falls,
  • eine Pirschfahrt im Mahango-Gebiet,
  • Vogelbeobachtungen,
  • ein Ausflug in den Bwabwata-Nationalpark.

Hier können unter anderem Elefanten, Flusspferde, Krokodile, Büffel und verschiedene Antilopenarten beobachtet werden.

Tag 15–16: Kongola und die Kwando-Region

Die nächste Station liegt am Kwando-Fluss. Die Region wird häufig nur als Durchgangsstrecke betrachtet, lohnt sich aber für mindestens zwei Nächte.

Viele Lodges bieten Bootsfahrten und Pirschfahrten in den umliegenden Schutzgebieten an. Im Vergleich zum Etosha-Nationalpark sind die Landschaften dichter bewachsen und stärker durch Flüsse und Feuchtgebiete geprägt.

Wer einen Abstecher auf sandige Nebenstrecken plant, profitiert deutlich von einem Allradfahrzeug.

Tag 17–19: Kasane und Chobe-Nationalpark

Von der Zambezi-Region führt die Reise über den Ngoma-Grenzübergang nach Botswana und weiter nach Kasane.

Kasane liegt unmittelbar am Chobe-Nationalpark und ist eines der wichtigsten Safarizentren im nördlichen Botswana. Der Chobe Riverfront ist besonders für große Elefanten- und Büffelherden bekannt. Während der trockenen Monate versammeln sich viele Tiere am Fluss.

Mindestens zwei Aktivitäten sollten eingeplant werden:

Pirschfahrt im Chobe-Nationalpark

Eine Pirschfahrt am frühen Morgen bietet gute Chancen auf Löwen, Elefanten, Büffel, Giraffen und Antilopen.

Obwohl Sie Teile des Chobe Riverfront selbst befahren können, sind die sandigen Wege anspruchsvoller als im Etosha-Nationalpark. Wer keine Erfahrung mit Tiefsand besitzt, ist bei einer geführten Pirschfahrt häufig entspannter unterwegs.

Bootssafari auf dem Chobe-Fluss

Eine Bootsfahrt am Nachmittag gehört zu den Höhepunkten der Reise. Vom Wasser aus lassen sich Elefanten, Flusspferde, Krokodile und zahlreiche Wasservögel beobachten.

Die Kombination aus morgendlicher Pirschfahrt und nachmittäglicher Bootssafari vermittelt zwei völlig unterschiedliche Perspektiven auf den Nationalpark.

Tag 20–21: Victoria Falls

Die Victoriafälle liegen nur etwa 70 Kilometer von Kasane entfernt. Die Fahrt führt über die Grenze zwischen Botswana und Simbabwe nach Victoria Falls.

Die Wasserfälle erstrecken sich über eine Breite von rund 1.700 Metern und fallen an der höchsten Stelle mehr als 100 Meter in die Schlucht des Sambesi.

Für Victoria Falls sind zwei Nächte empfehlenswert. So bleibt ausreichend Zeit für:

  • Besuch des Victoria-Falls-Nationalparks,
  • Spaziergang zu den Aussichtspunkten,
  • Sonnenuntergangsfahrt auf dem Sambesi,
  • Helikopterflug über die Wasserfälle,
  • Besuch des Marktes,
  • Ausflug auf die sambische Seite,
  • geführte Tour durch Victoria Falls.

Die Sicht auf die Wasserfälle verändert sich abhängig vom Wasserstand erheblich. Bei sehr hohem Wasserstand entsteht starker Sprühnebel. Während niedriger Wasserstände sind die Felsformationen deutlicher sichtbar.

Ist ein 4×4 wirklich Pflicht?

Die pauschale Aussage, dass für die gesamte Rundreise zwingend ein 4×4 benötigt wird, ist nicht ganz richtig.

Ein normales Fahrzeug reicht grundsätzlich für:

  • Windhoek,
  • die klassische Zufahrt nach Sesriem,
  • Swakopmund,
  • die Hauptstrecken im Damaraland,
  • Etosha,
  • Rundu,
  • Divundu,
  • Kongola,
  • Kasane,
  • die asphaltierte Strecke nach Victoria Falls.

Namibias offizielle Selbstfahrerinformationen weisen darauf hin, dass die großen Sehenswürdigkeiten wie Swakopmund, Sossusvlei und Etosha mit einem normalen Fahrzeug erreichbar sind.

Ein 4×4 ist notwendig oder dringend empfehlenswert für:

  • die letzten sandigen Kilometer bei Sossusvlei,
  • anspruchsvolle Nebenstrecken in der Zambezi-Region,
  • selbstständige Fahrten auf sandigen Wegen im Chobe-Nationalpark,
  • Savuti,
  • Khwai,
  • Moremi,
  • Central Kalahari,
  • abgelegene Campingrouten.

Für die klassische Lodge-Route empfehlen wir dennoch ein Fahrzeug mit Allradantrieb und guter Bodenfreiheit. Es bietet mehr Sicherheit auf Schotter, Sand und ausgefahrenen Zufahrten.

Benötigen Sie Offroad-Erfahrung?

Für die klassische Route über befestigte Straßen und Lodges ist keine umfangreiche Offroad-Erfahrung erforderlich. Sie sollten jedoch sicher auf Schotter fahren können und die Geschwindigkeit anpassen.

Für Moremi, Khwai und Savuti ist Erfahrung im Umgang mit einem Geländewagen sehr empfehlenswert. Besonders wichtig sind Kenntnisse zu:

  • Fahren in tiefem Sand,
  • richtigem Reifendruck,
  • Nutzung der Untersetzung,
  • Bergung eines festgefahrenen Fahrzeugs,
  • Einschätzung von Wasserpassagen,
  • Navigation ohne zuverlässigen Mobilfunkempfang.

Wer noch nie auf Sand gefahren ist, sollte vor der Reise eine Einweisung oder ein 4×4-Fahrtraining absolvieren. Alternativ können die anspruchsvollen Gebiete im Rahmen einer geführten Lodge- oder Camping-Safari besucht werden.

Lodge oder Camping?

Die Rundreise kann vollständig mit festen Unterkünften, als Campingreise oder als Kombination aus beiden Varianten geplant werden.

Lodge-Selbstfahrerreise

Eine Lodge-Reise eignet sich für Reisende, die tagsüber individuell fahren, aber am Abend Komfort wünschen.

Vorteile sind:

  • festes Bett und eigenes Badezimmer,
  • Restaurant oder Vollpension,
  • weniger Gepäck,
  • kein täglicher Auf- und Abbau,
  • geführte Aktivitäten vor Ort,
  • bessere Erholung nach langen Fahrten.

Gerade bei einer Reise von drei Wochen ist der Komfortgewinn erheblich.

Camping mit Dachzelt

Ein Dachzelt ermöglicht ein intensiveres Naturerlebnis und bietet große Flexibilität außerhalb der Nationalparks.

In Botswana befinden sich viele Campingplätze mitten in nicht eingezäunten Wildnisgebieten. Elefanten, Hyänen oder andere Tiere können durch das Camp laufen. Lebensmittel dürfen nicht unbeaufsichtigt liegen bleiben, und nach Einbruch der Dunkelheit ist besondere Vorsicht erforderlich.

Camping in Moremi oder Savuti ist deshalb nicht mit einem europäischen Campingplatz vergleichbar. Es eignet sich vor allem für gut vorbereitete Reisende, die sich in der Wildnis sicher verhalten können.

Kombination aus Lodge und Camping

Eine Kombination ist häufig die beste Lösung. Beispielsweise können Sie Namibia teilweise im Dachzelt bereisen und in Etosha, Kasane und Victoria Falls feste Unterkünfte einplanen.

Grenzübergänge und Fahrzeugdokumente

Auf der klassischen Route überqueren Sie mindestens zwei internationale Grenzen:

  • Namibia nach Botswana
  • Botswana nach Simbabwe

Je nach Reiseverlauf kann zusätzlich Sambia besucht werden.

Für einen Mietwagen benötigen Sie normalerweise eine ausdrückliche Genehmigung des Vermieters. Die sogenannte Cross-Border Permission oder das Letter of Authority muss bereits vor Reisebeginn beantragt werden.

Typischerweise gehören folgende Unterlagen ins Fahrzeug:

  • Mietvertrag,
  • Genehmigung für alle bereisten Länder,
  • Kopie der Fahrzeugregistrierung,
  • Versicherungsnachweis,
  • Reisepässe,
  • gültiger Führerschein,
  • gegebenenfalls internationaler Führerschein,
  • Kontaktdaten der Mietwagenfirma.

Botswanas Behörden sehen für geliehene oder nicht auf den Fahrer zugelassene Fahrzeuge eine entsprechende grenzüberschreitende Autorisierung vor. Auch Vermieter weisen darauf hin, dass die Genehmigung vor der Einreise beantragt werden muss.

An den Grenzen können zusätzliche Straßen-, Versicherungs- oder Fahrzeuggebühren anfallen. Die Höhe und Zahlungsweise können sich ändern. Bargeld in kleiner Stückelung und eine Kreditkarte sind deshalb hilfreich.

Planen Sie für den Grenzübertritt ausreichend Zeit ein. An ruhigen Tagen ist die Abwicklung schnell erledigt, bei hohem Reiseaufkommen oder technischen Problemen kann sie deutlich länger dauern.

Mit dem Mietwagen bis Victoria Falls fahren?

Grundsätzlich ist es möglich, mit einem geeigneten und dafür zugelassenen Mietwagen bis nach Simbabwe zu fahren. Nicht jeder Vermieter erlaubt die Einreise, und nicht jedes Fahrzeug darf in Victoria Falls zurückgegeben werden.

Bei einer One-Way-Miete können erhebliche Rückführungsgebühren entstehen. Spezialisierte Anbieter ermöglichen zwar Abgaben in Kasane, Maun oder Victoria Falls, die Bedingungen müssen jedoch ausdrücklich bestätigt werden.

In vielen Fällen ist folgende Lösung einfacher:

  • Mietwagen in Kasane zurückgeben
  • Organisierten Transfer nach Victoria Falls nutzen
  • Zwei Nächte in Victoria Falls verbringen
  • Ab Victoria Falls weiterfliegen

Dadurch entfallen die Einreiseformalitäten für das Fahrzeug nach Simbabwe. Gleichzeitig benötigen Sie in Victoria Falls normalerweise kein eigenes Auto, da viele Hotels, Aktivitäten und Transfers organisiert werden können.

Tanken und Versorgung

In Namibia befinden sich Tankstellen in den größeren Orten und an den wichtigsten Verbindungsstrecken. Dennoch sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass jede Tankstelle geöffnet ist oder Kraftstoff verfügbar hat.

Grundsätzlich gilt:

  • bei jeder Gelegenheit volltanken,
  • Reichweite des Fahrzeugs kennen,
  • keine langen Etappen mit halbem Tank beginnen,
  • ausreichend Trinkwasser mitführen,
  • Snacks und eine kleine Notration einpacken,
  • Reifendruck regelmäßig kontrollieren.

Im nördlichen Botswana sind Kasane und Maun die wichtigsten Versorgungsorte. In abgelegenen Nationalparks gibt es keine zuverlässigen Einkaufsmöglichkeiten.

Für eine Camping-Safari durch Moremi oder Savuti müssen Kraftstoff, Wasser und Lebensmittel für mehrere Tage mitgeführt werden.

Reifenpannen und Fahrzeugausstattung

Reifenpannen gehören zu den häufigsten Problemen auf Selbstfahrerreisen durch Namibia.

Das Fahrzeug sollte mindestens ausgestattet sein mit:

  • einem, besser zwei Ersatzreifen,
  • Wagenheber,
  • Radkreuz,
  • Kompressor,
  • Reifendruckmesser,
  • Abschleppseil,
  • Starthilfekabel,
  • Warnweste,
  • Erste-Hilfe-Set,
  • Feuerlöscher,
  • Taschenlampe,
  • Notfallkontakten.

Kontrollieren Sie vor der Abfahrt, ob die Ersatzreifen tatsächlich aufgepumpt sind und ob das Werkzeug zum Fahrzeug passt.

Auf Schotter sollte die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden. Plötzliche Lenkbewegungen und starkes Bremsen können zum Kontrollverlust führen.

Warum Sie nicht nachts fahren sollten

Nachtfahrten sollten in Namibia, Botswana und Simbabwe vermieden werden.

Nach Einbruch der Dunkelheit befinden sich häufig Tiere auf der Straße. Dazu gehören Antilopen, Elefanten, Rinder, Esel und kleinere Wildtiere. Viele Straßen sind nicht beleuchtet, und Hindernisse werden erst spät erkannt.

Planen Sie Ihre Etappen so, dass Sie spätestens am späten Nachmittag an der Unterkunft eintreffen. Dadurch bleibt auch bei einer Reifenpanne oder Verzögerung ausreichend Zeitreserve.

Beste Reisezeit

Namibia und Botswana können grundsätzlich ganzjährig bereist werden. Für eine klassische Safari-Selbstfahrerreise gelten die Monate von Mai bis Oktober als besonders geeignet.

In der Trockenzeit ist die Vegetation weniger dicht, und viele Tiere konzentrieren sich an Flüssen und Wasserstellen. Botswana Tourism nennt April bis Oktober als besonders gute Zeit hinsichtlich Wetter und Tierbeobachtung. Auch in Namibia ist die Tierbeobachtung während der trockeneren Monate von Mai bis Oktober meist besonders ergiebig.

Mai bis August

  • meist trocken,
  • angenehme Tagestemperaturen,
  • kalte Nächte und Morgenstunden,
  • gute Bedingungen für lange Fahrten,
  • warme Kleidung für Pirschfahrten notwendig.

September und Oktober

  • hervorragende Tierbeobachtungen,
  • häufig sehr trocken,
  • steigende Temperaturen,
  • teilweise extreme Hitze,
  • große Tierkonzentrationen am Chobe-Fluss.

November bis März

  • Regenzeit und grüne Landschaften,
  • höhere Temperaturen,
  • gute Vogelbeobachtungen,
  • Tiernachwuchs in vielen Regionen,
  • mögliche Gewitter und überflutete Pisten,
  • anspruchsvollere Bedingungen in Moremi und Savuti.

Die grüne Saison kann landschaftlich besonders attraktiv sein. Für unerfahrene Offroad-Selbstfahrer sind die trockeneren Monate jedoch meist einfacher.

Gesundheit und Malariavorsorge

Die Route durch den Norden Namibias, Botswana und Victoria Falls führt durch Regionen mit Malariarisiko. Die genaue Risikoeinschätzung kann sich saisonal ändern. Vor der Reise ist deshalb eine individuelle Beratung durch eine reisemedizinische Fachstelle erforderlich.

Zusätzlich zur ärztlich empfohlenen Vorsorge sollten Sie:

  • ein wirksames Mückenschutzmittel verwenden,
  • abends lange Kleidung tragen,
  • unter Moskitonetzen schlafen, sofern vorhanden,
  • Fenster und Türen geschlossen halten,
  • ausreichend Sonnenschutz mitführen,
  • regelmäßig trinken.

Eine gute Auslandskrankenversicherung einschließlich medizinischer Evakuierung ist für abgelegene Safarigebiete besonders wichtig.

Navigation und Kommunikation

Google Maps allein reicht für abgelegene Gebiete Botswanas nicht immer aus. Karten können unvollständig sein, Wege falsch eingezeichnet oder saisonal unpassierbar sein.

Empfehlenswert sind:

  • offline verfügbare Karten,
  • spezialisierte Navigationskarten für das südliche Afrika,
  • aktuelle Papierkarten,
  • GPS-Gerät oder zuverlässige Navigations-App,
  • schriftliche Anfahrtsbeschreibungen der Unterkünfte.

Für Moremi, Khwai oder Savuti ist ein Satellitenkommunikationsgerät oder Satellitentelefon sinnvoll. Mobilfunkempfang ist außerhalb der Orte nicht zuverlässig.

Teilen Sie Ihrer Unterkunft mit, wann Sie ungefähr eintreffen. Falls Sie deutlich verspätet sind, kann dadurch schneller reagiert werden.

Selbst fahren oder geführte Aktivitäten buchen?

Eine Selbstfahrerreise bedeutet nicht, dass jede Safari selbst gefahren werden muss.

Gerade in Botswana lohnt sich eine Kombination aus individuellem Reisen und geführten Aktivitäten.

Geführte Pirschfahrten bieten mehrere Vorteile:

  • Guides kennen aktuelle Tierstandorte,
  • Sie müssen sich nicht gleichzeitig auf Strecke und Tiere konzentrieren,
  • schwierige Sandpassagen werden von erfahrenen Fahrern bewältigt,
  • offene Safari-Fahrzeuge ermöglichen bessere Sicht,
  • Zusammenhänge zwischen Tieren, Pflanzen und Landschaft werden erklärt.

Im Etosha-Nationalpark ist die eigene Pirschfahrt besonders unkompliziert. Im Chobe-Nationalpark kann eine geführte Tour entspannter sein. In Moremi oder Savuti hängt die Entscheidung stark von Ihrer Offroad-Erfahrung ab.

Häufige Fehler bei der Reiseplanung

Zu viele Stationen

Ein täglicher Unterkunftswechsel macht die Reise anstrengend. Planen Sie an den wichtigsten Orten mindestens zwei Nächte ein.

Zu lange Tagesetappen

Kilometerangaben allein sagen wenig über die tatsächliche Fahrtzeit aus. Schotter, Sand, Tiere und Fotostopps verlängern die Reise.

Falsches Fahrzeug

Ein kleiner SUV ist nicht automatisch ein vollwertiger Geländewagen. Für Moremi oder Savuti benötigen Sie ein Fahrzeug mit ausreichender Bodenfreiheit, Allradantrieb und geeigneten Reifen.

Zu späte Buchung

Familienzimmer, Nationalpark-Campingplätze und kleine Lodges sind nur begrenzt verfügbar. Besonders in der Hauptsaison sollte frühzeitig gebucht werden.

Fehlende Grenzgenehmigungen

Die Erlaubnis für Botswana oder Simbabwe kann nicht immer spontan an der Grenze organisiert werden. Alle Länder müssen bereits bei der Fahrzeugbuchung angegeben werden.

Zu wenig Zeit in Chobe und Victoria Falls

Kasane und Victoria Falls liegen nah beieinander, bieten aber vollkommen unterschiedliche Erlebnisse. Für Chobe sollten mindestens zwei bis drei Nächte, für Victoria Falls mindestens zwei Nächte eingeplant werden.

Häufige Fragen

Kann ich die Reise ohne 4×4 machen?

Die klassische Route über die Hauptstraßen Namibias, Etosha, die Zambezi-Region und Kasane ist grundsätzlich auch ohne vollwertigen Geländewagen möglich. Ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit ist dennoch empfehlenswert. Für Moremi, Khwai, Savuti und anspruchsvolle Sandstrecken benötigen Sie einen 4×4.

Ist die Reise für Selbstfahrer-Anfänger geeignet?

Die klassische Lodge-Route eignet sich auch für Anfänger, sofern die Etappen realistisch geplant sind. Die Offroad-Variante durch Moremi oder Savuti ist dagegen nur mit entsprechender Vorbereitung empfehlenswert.

Kann ich den Chobe-Nationalpark selbst befahren?

Ja. Einige Wege sind jedoch tiefsandig. Eine geführte Pirschfahrt ist besonders für unerfahrene Fahrer eine gute Alternative.

Wo sollte der Mietwagen abgegeben werden?

Kasane ist häufig der praktischste Abgabeort. Von dort kann ein organisierter Transfer nach Victoria Falls gebucht werden. Eine direkte Abgabe in Victoria Falls ist bei spezialisierten Vermietern möglich, muss aber frühzeitig vereinbart werden.

Wie früh sollte die Reise gebucht werden?

Für Reisen zwischen Juni und Oktober empfiehlt sich eine Planung deutlich im Voraus. Camps in Moremi, Savuti und Chobe sowie besondere Lodges und Familienzimmer sind oft früh ausgebucht.

Welche Seite der Victoriafälle ist besser?

Die simbabwische Seite bietet über weite Teile des Jahres zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Wasserfälle. Die sambische Seite ermöglicht andere Perspektiven und ist besonders bei bestimmten Wasserständen interessant. Bei zwei oder mehr Nächten können grundsätzlich beide Seiten besucht werden, sofern die Einreisebestimmungen dies zulassen.

Fazit: Die große Selbstfahrerreise im südlichen Afrika

Eine Rundreise durch Namibia und Botswana bis zu den Victoriafällen ist eine der eindrucksvollsten Möglichkeiten, das südliche Afrika individuell zu entdecken.

Namibia bietet ideale Voraussetzungen für eine klassische Selbstfahrerreise. Die großen Entfernungen, gut erschlossenen Hauptstrecken und abwechslungsreichen Landschaften machen bereits die Fahrt zu einem wichtigen Teil des Erlebnisses.

Botswana bringt eine deutlich wildere Safari-Dimension in die Reise. Am Chobe-Fluss erleben Sie große Tierherden vom Fahrzeug und vom Boot aus. Wer Moremi, Khwai oder Savuti ergänzt, begibt sich auf eine anspruchsvolle 4×4-Expedition, die sorgfältige Vorbereitung und Erfahrung erfordert.

Die Victoriafälle bilden einen spektakulären Abschluss. Besonders praktisch ist es häufig, den Mietwagen in Kasane abzugeben und die letzte Strecke mit einem organisierten Transfer zurückzulegen.

Mit einem geeigneten Fahrzeug, realistischen Fahrtstrecken, vorgebuchten Unterkünften und vollständigen Grenzdokumenten wird aus der Rundreise ein außergewöhnliches afrikanisches Abenteuer.

Individuelle Reiseplanung

Wir planen Ihre Selbstfahrer-Rundreise passend zu Ihrer verfügbaren Reisezeit, Ihrer Erfahrung und dem gewünschten Komfort.

Dabei berücksichtigen wir unter anderem:

  • eine realistische und gut fahrbare Route,
  • passende Lodges oder Campingplätze,
  • das geeignete Mietfahrzeug,
  • notwendige Grenzgenehmigungen,
  • geführte Safaris und Bootstouren,
  • den Transfer von Kasane nach Victoria Falls,
  • ausreichend Zeit für Erholung und Tierbeobachtungen.

So erhalten Sie eine Reise, die Abenteuer und Freiheit bietet, ohne bei Sicherheit, Organisation und Komfort unnötige Kompromisse einzugehen.

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